Aronia Beere - botanische & praktische Infos

Die Beeren im reifen Zustand

Als Frucht der Aronia sind die schwarzblauen oder -roten Beeren seit vielen Jahrhunderten als Vitaminquelle und sogar als Heilmittel geschätzt. Das Wissen um die guten Inhaltsstoffe hat Mitteleuropa erst vor einigen Jahrzehnten erreicht und wird heutzutage noch weiter erforscht.

Der gezielte Anbau und die Kultivierung der Aronia hat jüngst immer mehr Sorten hervorgebracht, die in ihrer Wuchshöhe und Fruchtbarkeit leichte Unterschiede aufweisen. So ist die Menge, Reifedauer und Größe der Beeren nicht bei allen Aronia gleich. Die Inhaltsstoffe weichen in ihrer Menge und Vielfalt allerdings nicht voneinander ab.

Botanische Aspekte

Aroniabeeren heißen im Deutschen auch Apfelbeeren: Dies hat natürlich nicht mit der Größe, sondern eher mit der Form der Früchte zu tun: Sie erinnern wegen ihrer leichten Einkerbung am Bauch an kleine Äpfel. Außerdem gehören sie aus botanischer Sicht auch zum Kernobst, sind streng genommen als kein Beerenobst. Zwei Merkmale weisen darauf hin: Zum einen ihr festes Fruchtfleisch. Zum anderen tragen Aroniabeeren ein halbes Dutzend ockerbraune Samen in sich. Unterschieden werden die Beeren in zwei Sorten: die dunklere Aronia melanocarpa, auch Schwarze Aronia genannt, und die eher rötliche Aronia arbutifolia, also Rote Aronia.

Falsche Annahmen

Aus einer falschen Zuschreibung heraus hat sich auch der Name Schwarze Eberesche oder Edeleberersche als Synonym für Aronia eingebürgert. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Blätter des Aroniastrauches an die Vogelbeere erinnern. Einige Botanikerhielten die Aronia lange Zeit für eine Verwandte der Glanzmispel, welche ähnlich apfelartige Früchte trägt. Dies erwies sich aber ebenfalls als Trugschluss. Glanzmispeln gehören, wie die Aronia, zur Familie der rosenartigen Gewächse. Näher sind beide nicht miteinander verwandt.

Ernte

Aroniabeeren reifen vom Hoch- bis zum Spätsommer. Sie können einige Wochen später als andere Beerensorten wie Himbeere, Johannisbeere oder Stachelbeere geerntet werden; immer ein paar Wochen vor der Weinernte. Man muss den Zeitpunkt gut abpassen, denn viele unerfahrene Besitzer eines Aroniastrauches halten die Beeren schon für reif, wenn sie äußerlich ihre endgültige Farbe erreicht. Aber es dauert dann noch einige Zeit bis sie den richtigen Reifegrad erreichen. Ist es soweit, werden die Beeren einfach per Hand abgepflückt.

Zur Verwendung der Beeren

Obwohl die Aroniabeeren immer bekannter und verbreiteter werden, mangelt es noch an Rezepten für ihre Verwendung. Das mag vor allem an ihrem oft herbsauren Geschmack liegen: Es wird empfohlen, die Beeren erst nach dem ersten Frost abzunehmen, weil sie dann etwas süßer schmecken. Es hilft aber auch, sie nach dem Pflücken gut zu kühlen. Aroniabeeren sind im Kühlschrank lange haltbar. Auch als Trockenfrucht eignen sie sich, zum Beispiel, um sie einer Müslimischung beizumengen. Am beliebtesten ist die Zubereitung von Aroniamarmelade oder -sirup. Ebenso kann ein gesunder Saft aus den Beeren gewonnen werden. Man muss nur die entsprechende Menge zur Verfügung haben. Alternativ sind auch Saftmischungen mit Nektarinen-, Heidelbeer- oder Apfelsaft möglich.